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Die Landschaft
Unsere kleine Stadt ist nicht der Mittelpunkt der Welt,
aber immerhin das Tor zum Darß. Fernab vom Trubel
an der Ostseeküste liegt Barth, eingebettet in
eine reizvolle Landschaft, mit blühenden Rapsfeldern,
dunklen Wäldern und nahe am Nationalpark Vorpommersche
Boddenlandschaft. Flora und Fauna dürfen hier geschützt
wachsen und gedeihen. Schwäne und Störche,
Fischreiher und Kraniche können Sie hier noch beobachten.
Ausgebaute Wege erlauben es, sportlich zu sein. Hier
können Sie Radfahren, Wandern und Reiten. Mit dem
Schiff oder dem Auto können Sie auf die Halbinsel
Zingst gelangen.
Die Stadt Barth
Die Stadt Barth am Saaler Bodden mit seinen 10 000
Einwohnern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Bereits im Jahre 1159 wird sie in der Geschichtsschreibung
erwähnt. 1255 erhielt sie das lübische Stadtrecht
und war Residenz der pommerschen Herzöge. Im 30-jährigen
Krieg wurde die Stadt stark zerstört und kam bis
1815 unter schwedische Herrschaft.
Mit der Entwicklung der Segelschifffahrt und des Schiffbaus
erlangte sie durch die hervorragende Lage am Bodden
eine gewisse Blütezeit. 1868 gab es in Barth 15
größere Reedereien, deren Schiffe alle Weltmeere
befuhren und stand damit hinter Stralsund an zweiter
Stelle aller Reedereistädte Preußens. Mit
dem Aufkommen der Dampfschifffahrt verlor Barth dann
jedoch rasch an Bedeutung.
Heute zeigt es sich dem Besucher als kleines, beschauliches
Städtchen, das nach der Wende behutsam und partiell
renoviert wurde. Schwerpunkt des Baugeschehens in den
nächsten Jahren sind umfangreiche Vorhaben im Hafenbereich
zur Profilierung der Stadt als Wassersport- und Freizeitzentrum.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die wuchtige
und imposante St. Marienkirche, deren Turm weithin sichtbar
ist, das mittelalterliche Dammtor, als Einziges von
ursprünglich vier Stadttoren erhalten, sowie der
Fangelturm, ein mit Zinnen gekrönter Wehrbau und
natürlich der zum Hotel umgebaute Speicher direkt
am Hafen.
Vineta - die versunkene Stadt
Vineta, die sagenumwobene Stadt ist aufgetaucht. Nicht
am Peenemünder Haken und nicht in Wolin. Nein,
im Schlamm des Barther Boddens liegt der Marktplatz
der "größten Stadt Europas" begraben.
Barth ist Vineta. Zumindest in dieser Region hat es
gestanden, "das Venedig des Nordens". Davon
sind zwei Berliner Wissenschaftlier fest von überzeugt.
"Das ist Wahrheit und nicht nur Theorie",
sagt einer der beiden, der Historiker Günter Wermusch.
Schon seit Mitte der 80er Jahre sind Wermusch und der
Frühgeschichtler Dr. Klaus Goldmann auf den Spuren
der versunkenden Stadt. Lange Zeit ohne jedweden Erfolg.
Nun warten sie erstmals im GEO Special mit verblüffenden
Endeckungen auf, die bisherigen Vineta-Forschern die
Sprache verschlägt. Und das ist der Punkt: die
slawische Sprache, die überlieferten Quelle, "die
bislang falsch interpretiert wurden", wie das Sprachwunder
Wermusch meint.
Schon der Geograph Adam von Bremen, der 1075 eine sehr
präzise Beschreibung des berühmten Ostseehandelsplatzes
Vineta, oder wie er es nennt Jumne, abgibt, hatte von
der Peenemündung Demin gesprochen. Für die
beiden Wissenschaftler sonnenklar: Die Peene floß
nicht von West nach Ost, sondern in umgekehrter Richtung.
Über die breiten Flußtäler der heutigen
Flüsse Trebel und Recknitz suchte sich das von
eiszeitlichen Gletschern abgeschmolzene Wasser seinen
Weg ins Meer. Es ist die Odermündung, die Wermusch
und Goldmann auf der Halbinsel Fischland Darß
Zings vermuten.
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